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	<title>Bildungsblog.info - ein Blog über Bildung, Schule, Studium und Neue Medien</title>
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		<title>Kinder und Bildung &#8211; Luxus, auf den Deutschland verzichten kann?</title>
		<link>http://www.bildungsblog.info/2010/05/26/kinder-und-bildung-luxus-auf-den-man-verzichten-kann/</link>
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		<pubDate>Wed, 26 May 2010 09:30:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Felling</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>

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Verfolgt man das politische Tagesgeschehen in den Zeitungen und Blogs, so packt einen als Elternteil und Pädagoge nicht selten die Wut.
Erst vor Kurzem verkündeten Koch und Seehofer ihre völlig fehlgeleiteten Sparabsichten im Bildungsbereich. Koch, der wenig später völlig zurecht öffentlich eingestand, Politik sei nicht sein Leben, und seinen Rücktritt aus dieser in Aussicht stellte, ist [...]]]></description>
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<p>Verfolgt man das politische Tagesgeschehen in den Zeitungen und Blogs, so packt einen als Elternteil und Pädagoge nicht selten die Wut.</p>
<p>Erst vor Kurzem verkündeten Koch und Seehofer ihre völlig fehlgeleiteten Sparabsichten im Bildungsbereich. Koch, der wenig später völlig zurecht öffentlich eingestand, <a href="http://www.welt.de/die-welt/politik/article7786939/Roland-Koch-Politik-ist-nicht-mein-Leben.html" target="_blank">Politik sei nicht sein Leben</a>, und seinen Rücktritt aus dieser in Aussicht stellte, ist in der Privatwirtschaft wahrlich besser aufgehoben.</p>
<p>Herr Seehofer aber, der gerade <a href="http://www.csu.de/partei/unsere_politik/gesundheit_soziales/rente/113711018.htm" target="_blank">Rentner von Einsparungen verschonen</a> möchte, hatte keine Probleme damit, die geplante Bafög-Erhöhung im Bundesrat in Initiative mit Herrn Koch zu <a href="http://www.zeit.de/wissen/2010-05/reaktionen-bafoeg-finanzen" target="_blank">blockieren</a>. Sehr absurd klingt seine Begründung in der &#8220;Bild&#8221;:</p>
<blockquote><p>Diese Generation hat viel geleistet. Sie muss bereits Nullrunden  verkraften. Deshalb dürfen wir den Rentnern keine zusätzlichen Sparopfer  abverlangen.</p></blockquote>
<p>Die Leistung der Nachkriegsgenerationen will ich gar nicht in Frage stellen &#8211; ihnen gebührt Anerkennung und Dank. Auch eine Einsparung bei den Renten halte ich für falsch. Absurd finde ich jedoch, wie die jüngere Generation wieder einmal gegen die ältere ausgespielt wird.</p>
<p>Tatsache ist doch, dass die heutigen und baldigen Rentnergenerationen wie kaum eine Generation vor oder nach ihnen in wirtschaftlicher und sozialer Sicherheit lebten. Natürlich lebten sie mit den Nachkriegsfolgen, z.B. der materiellen Unsicherheit in Trümmerdeutschland, oder auch den Gefahren des Kalten Krieges, und natürlich geht ein Großteil der Sicherheit gerade in wirtschaftlicher Hinsicht auf ihre eigene Leistung zurück (allen voran die Leistung derer, die das Wirtschaftswunder Deutschland aufgebaut haben). Das kann, darf und soll nicht geleugnet werden. Aber Tatsache ist auch, dass eben jene Generationen Nutznießer ihrer eigenen wirtschaftlichen Prosperität waren &#8211; und sich im Glauben an das immerwährende Anhalten dieser politische Versäumnisse zu Schulden haben kommen lassen.</p>
<p>Anders ist nicht zu erklären, weshalb Deutschland vor einem so immensen Generationenproblem steht. Und damit ist nicht gemeint, dass beide Generationen nichts miteinander zu tun haben wollen, wie es in den Medien oft vermittelt wird. Im Gegenteil: In wirtschaftlich unsicheren Zeiten steigt gerade die Besinnung auf das Familienleben, auf die Wertschätzung des generationenübergreifenden Zusammenlebens, auf das Gemeinsame, das Kraft und Zuversicht spendet.</p>
<p>Aber das Generationenproblem besteht: Auf der einen Seite die immer größer werdende Anzahl derer, die auf die Leistungen des Sozialstaates (insbes. Renten und Krankenabsicherung) angewiesen sind (und darauf zurecht Anspruch haben). Auf der anderen Seite die jungen Generationen, die wirtschaftlich schlicht nicht stark genug sind, um die Sozialkassen zu erhalten. Nicht nur haben sie es mit wirtschaftlich enorm unsicheren Verhältnissen zu tun (Globalisierung, Rationalisierung, Übergang von der Industrie- in die Wissensgesellschaft, etc.). Zu allem Übel wurden und werden Ihnen auch noch Steine in den Weg gelegt: soziale und wirtschaftliche Missstände wurden (und werden) nicht korrigiert, deren Folgen die Jungen jetzt auszubaden haben: eklatante Bildungsprobleme, kinder- und familienfeindliche Zustände, ein Deutschland mit einer der niedrigsten Geburtenraten in ganz Europa.</p>
<p>Zu allem Überfluss nimmt man ihnen jetzt noch die Schaufel namens &#8220;Bildung&#8221; und &#8220;Chancengleichheit&#8221;, die einzige, mit der sie überhaupt befähigt würden, den Schuldenberg jemals abzutragen und die Sozialsysteme in ihrer jetzigen Form bestmöglich zu erhalten (die schöne Schaufel-Metapher entstammt  dem Spiegel).</p>
<p>Die politisch Verantwortlichen in Berlin und den Landeshauptstädten suggerieren mit Ihrer Haltung: Die jungen Generationen sind uns egal. Kinder und Bildung sind Luxus, wir können sie uns nicht leisten. Doch damit drücken Sie indirekt und paradoxerweise auch aus: Die älteren Generationen sind uns egal. Denn ohne den Generationenvertrag haben auch die Rentner bald nicht mehr als ihren dann archaisch anmutenden Namen, denn von der Rente wird nicht viel übrig bleiben (von der Kranken- und Pflegeversicherung ganz zu schweigen).</p>
<p>Was Deutschland braucht, ist eine konsequente Ausrichtung der Politik auf das System Familie, auf die Generationen von morgen, denn eine bessere Absicherung im Alter kann und wird es nicht geben. Die skandinavischen Länder machen es uns doch vor, warum aber hat Deutschland es nicht nötig, sich den einen oder anderen politischen Zug (wenn auch in modifizierter Weise) abzuschauen?</p>
<p>Deutsche Politiker müssen endlich begreifen, dass Kinder kein Luxus sind, dass eine Investition in Bildung und Familie die beste Investition in die (auch nahe) Zukunft unseres Landes darstellt. Und sie müssen ihrer Einsicht endlich Taten folgen lassen, anstatt sich nur um ihre eigenen Wählerstimmen zu sorgen. Sparpotential gibt es noch genug &#8211; allen voran in der wahnwitzigen Idee des Bildungs-Föderalismus. Der Politiker, der mit der jetzigen familien- und kinderfeindlichen Politik rigoros aufzuräumen wagt, vielleicht auch zu Ungunsten seiner Wählerstimmen, wird Deutschland einen viel größeren Dienst erweisen, als alle Seehofers und Kochs dieses Landes.</p>
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		<title>Deutschland und das schwere Erbe &#8211; 50 Jahre in die Zukunft</title>
		<link>http://www.bildungsblog.info/2010/05/13/deutschland-und-das-schwere-erbe-50-jahre-in-die-zukunft/</link>
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		<pubDate>Thu, 13 May 2010 11:50:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Felling</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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Hört man den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch laut über eine Sparverordnung für Kitas, Schulen und Universitäten nachdenken, so fragt man sich, ob er sich im Klaren über seine Verantwortung für das Land ist. Entweder erkennt er die massiven Zukunftsprobleme Deutschlands nicht (wodurch er schlichtweg zu inkompetent für das Amt des Ministerpräsidenten wäre), oder aber er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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<p>Hört man den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch laut über eine <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,694513,00.html" target="_blank">Sparverordnung für Kitas, Schulen und Universitäten</a> nachdenken, so fragt man sich, ob er sich im Klaren über seine Verantwortung für das Land ist. Entweder erkennt er die massiven Zukunftsprobleme Deutschlands nicht (wodurch er schlichtweg zu inkompetent für das Amt des Ministerpräsidenten wäre), oder aber er will sie nicht sehen (wodurch er seiner politischen Verantwortung nicht gerecht würde und daher ebenfalls als Ministerpräsident untragbar wäre). Kochs Pläne zeugen von einer riesigen Diskrepanz zwischen politischer Gesinnung und (Zukunfts-) Wirklichkeit. Bestenfalls kann man seinen Fauxpas als krassen Egoismus interpretieren, denn es ist schwer zu glauben, ein Politiker seines Amtes wäre tatsächlich so kurzsichtig.</p>
<p>Als Politiker trägt man in besonderer Weise Verantwortung für das gegenwärtige Deutschland ebenso wie für das Zukünftige. Letzteres wird angesichts der gegenwärtigen wirtschaftlichen Krisen gerne vergessen, dabei ist das Deutschland von morgen der Leidtragende der Politik von heute. Und das heißt auch: Unsere Kinder sind diejenigen, die eine an Ignoranz und Egoismus kaum zu übertreffende Politik eines Kochs ausbaden müssen. Dies wird einem spätestens dann schmerzlich bewusst, wenn man sich selbst in der Mutter- oder Vaterrolle wiederfindet, und beginnt, sich ernsthaft Sorgen um die Zeit nach dem eigenen Ableben zu machen. Als Politiker ist man dem Staat stets eine auf Nachhaltigkeit und Zukunft gerichtete Politik schuldig.  Warum also plant Koch,  der sowohl Politiker als auch Vater zweier Söhne ist, genau dort Einschnitte, wo sie die Zukunft unserer Kinder in nicht hinnehmbarer Weise beeinträchtigen, ja ihr zuwiderlaufen?</p>
<p>Vielleicht ist ihm die Zukunft unserer Kinder schlichtweg egal. Vielleicht muss man ihm aber auch einfach nur ins Gedächtnis rufen, wie prekär die Lage tatsächlich ist? Wagen wir einen Blick ins Jahr 2060, das der dann über 100-jährige Koch wahrscheinlich selbst nicht mehr erleben wird.</p>
<h2>Demografische Entwicklung:</h2>
<p>Das was man in den 90ern mit viel Fantasie noch als &#8220;Bevölkerungspyramide&#8221; bezeichnete, verdient diesen Namen spätestens seit der Jahrtausendwende nicht mehr. In der obigen Grafik, die vom Statistischen Bundesamt erstellt worden ist und eine Bevölkerungsvorausberechnung (unter Annahme bestimmter Faktoren) darstellt, sehen Sie den Altersaufbau der deutschen Bevölkerung aus den Jahren 1950 und 2000 sowie eine Projektion für das Jahr 2060. Unschwer zu erkennen ist, dass sich die Pyramide umdreht: Stellten zwischen 1950 und 2000 die unter 65-Jährigen eine breite Basis dar (90% der Gesamtbevölkerung), so ist diese heute auf 79% geschrumpft. Im Jahr 2060 wird diese Basis voraussichtlich nur noch 66% betragen. Betrachtet man nur die beruflich aktive Altersgruppen der 20 bis 65-Jährigen, also die wirtschaftliche stärkste Gruppe, auf deren Rücken das deutsche Sozialsystem getragen werden muss, so ist die Entwicklung noch erschreckender: 1950 stellte diese noch 60% der Gesamtbevölkerung. Ihr Anteil ist 2010 mit 61% zwar konstant geblieben, aber dieser wird (betrachtet man die gegenwärtige Entwicklung) bis 2060 voraussichtlich auf 50% fallen. Demgegenüber nimmt die Altersgruppe der über 65-Jährigen, die durch das Renten- und Gesundheitssystem das Sozialsystem am stärksten in Anspruch nehmen (müssen), auf 34% zu (von 10% im Jahre 1950). Die Bevölkerung altert, die letzten Jahrzehnte waren schlichtweg zu  geburtenschwach.</p>
<p>Jeder potentiell Erwerbsfähige zwischen 20 und 65 wird 2060 daher genau einen Nicht-Erwerbsfähigen (Senioren, Jugendliche, Kinder und Babys) durch das Sozialsystem unterhalten müssen. 1950 und 2010 lag bzw. liegt der Quotient noch bei 0.66. Dies ist eine dramatische Entwicklung, welche unser Sozialsystem vor enorme Herausforderungen stellt. Deutschland ist (auch Dank der Zuwanderung) nicht vom Aussterben bedroht, wohl aber von einer radikalen Umwälzung der Altersschichten.</p>
<h2>Wie ist auf die demografische Entwicklung zu antworten?</h2>
<p>Machen wir uns nichts vor: Das Sozialsystem ist in seiner jetzigen Form nicht mehr haltbar. Bereits heute spüren wir die Auswirkungen des stark zunehmenden Ungleichgewichts zwischen der Gruppe, die primär in das System einzahlt und jener, die primär vom Sozialsystem unterhalten wird. Einen weiteren wichtigen Faktor haben wir bisher außen vor gelassen: Wenn wir den errechneten Quotienten von 0.66 oder 1.0 betrachten, so liegt diesem der Anteil der <em>potentiell </em>Erwerbsfähigen zugrunde (die Altersgruppe von 20 bis 65). Nicht eingerechnet ist hier die Arbeitslosigkeit bzw. Erwerbsunfähigkeit. Rechnet man auch diese hinzu, so erhöht sich der Quotient erneut, d.h. das Ungleichgewicht wird noch stärker.</p>
<p>Wie ist diesem Ungleichgewicht am besten beizukommen? Prinzipiell muss der Beitrag der sozialstaatstragenden Gruppe zum Sozialsystem erhöht bzw. die Entnahme durch die sozialstaatsbelastende Gruppe verringert werden (diese Begriffe dienen der Veranschaulichung und sollen nicht als Wertung verstanden werden!) . Letzteres wäre eindeutig unsozial, wollten wir das Sozialsystem möglichst nah an seiner jetzigen Struktur erhalten (<em>und das sind wir künftigen und heutigen Generationen schuldig!</em>). Die Anhebung des Rentenalters mag eine noch mögliche und notwendige  Konsequenz sein &#8211; auch eingedenk der steigenden Lebenserwartung. Lediglich eine weitere Möglichkeit böte sich zur Eindämmung der ausufernden Kosten an: Die Verringerung der Gesundheitsausgaben unserer alternden Gesellschaft durch technologisch-medizinischen Fortschritt (A1).</p>
<p>Letzten Endes bleibt aber nur der erste Schritt übrig: Die Erhöhung des Beitrags der sozialstaatstragenden Gruppe zum Sozialsystem. Wie kann dies erreicht werden? Im Grunde haben wir hier zwei Möglichkeiten: (B) wir erweitern die Gruppe, indem wir sie nach unten und oben öffnen, (C) wir stärken die Gruppe in ihrer Wirtschaftsleistung, damit die zusätzlichen Einnahmen die Last des Sozialstaates tragen können.</p>
<p>Eine Erweiterung der Gruppe nach oben geht mit der Erhöhung (B1) des Renteneintrittsalters einher, der sich somit gleich zweifach, wenn auch eher gering auswirken würde. Viel wichtiger wird es aber, Jugendliche möglichst schnell in ein geregeltes und solides Berufsleben einzugliedern (die Gruppe also nach unten zu erweitern, B2). Die Wirtschaftlichkeit des Sozialsystems wird somit durch quantitative Faktoren verbessert. Die vielleicht wichtigste Verbesserung erhalten wir aber erst, wenn (C1) die Wirtschaftsleistung der gesamten Gruppe gefördert wird, wenn es also zu qualitativen Verbesserungen kommt.</p>
<p>Wie sind die vier ausgemachten Ziele (A1, B1, B2 und C1) zu erreichen? Die Antwort ist simpel: durch Bildung.</p>
<p>Durch Bildung (genauer: durch Forschung) können die Gesundheitsausgaben im Zuge medizinischen Fortschritts verringert werden, wenn bessere und günstige Medikamente und Verfahren entwickelt werden (A1).</p>
<p>Durch Bildung (z.B. lebenslanges Lernen und altersgerechte Weiterbildung) kann sichergestellt werden, dass das Potential auch der älteren Arbeitnehmer bis zum erhöhten Renteneintrittsalter genutzt werden kann (B1).</p>
<p>Durch Bildung (Vorschule, Kindergarten und Kindertagesstätten, Schulen, Hochschulen und Ausbildung) kann der berufsvorbereitende Lebensweg der Jugendliche so optimiert und gestaltet werden, dass diese in möglichst jungen Jahren zu kompetente und wirtschaftsstarke Arbeitnehmer heranwachsen (B2).</p>
<p>Erst Bildung (und nur sie) ermöglicht es uns, das Sozialsystem unter den sich stetig verschlechternden Bedingungen in einer fairen und tragbaren Grundstruktur beizubehalten. Denn erst durch Bildung werden die nötigen Schlüsselqualifikationen erworben, die wirtschaftliches Wachstum ermöglichen (C1).</p>
<p>Bildung aber bedarf einer immensen Investition &#8211; und genau hier begeht Roland Koch einen großen Fehler. Zwar trägt das Abtragen der Staatsschulden auch zur Erhöhung der staatlichen Wirtschaftsleistung bei (nämlich durch sinkende Zinszahlungen), jedoch darf der Rotstift nicht bei den Bildungsausgaben angesetzt werden. Die Bildung kann schließlich nur verbessert werden, wenn konstant und möglichst bald in sie investiert wird &#8211; ihre positiven Auswirkungen machen sich erst nach Jahrzehnten in einer verbesserten Wirtschaftsleistung bemerkbar.</p>
<p>Ja, Bildung k0stet immens viel Geld. Und das Investitionsvolumen darf nicht geringer werden, um den sich ändernden Rahmenbedingungen gerecht zu werden. Die Investitionsbereitschaft muss daher eher steigen als stagnieren (geschweige denn sinken, wie es Koch umzusetzen plant!). Es ist deshalb völlig unverständlich, warum Herr Koch am falschen Ende sparen möchte. Der Spiegel spricht zurecht von einer <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,694513,00.html" target="_blank">Kriegserklärung an die Jugend</a>, die so schnell zur Kriegserklärung an die Senioren wird, nämlich dann, wenn die Jugend (bzw. die erwerbsfähige Altersgruppe) die Ausgaben jener nicht mehr bezahlen kann.</p>
<p>Benjamin Franklin hat seinerzeit das Dilemma &#8220;Bildung&#8221; wunderbar pointiert: <em>&#8220;The only thing more expensive than education</em> is ignorance.&#8221; Und damit hat er gleich in zweifacher Weise recht, meint die &#8220;ignorance&#8221; doch sowohl die für unseren Sozialstaat verheerende Unbildung als auch die Ignoranz seitens des Ministerpräsidenten. Alle drei können wir uns nicht leisten.</p>
<h2>Zum Thema im Netz (aktualisiert am 24.05.2010)</h2>
<ul>
<li>&#8220;Koch macht ernst&#8221; &#8211; und <a href="http://www.sueddeutsche.de/karriere/sparen-an-der-bildung-roland-koch-macht-ernst-1.945640" target="_blank">hessische Unis müssen zuerst dran glauben</a>.</li>
<li>Kritik an Kochs Vorschlag auch aus den eigenen Reihen (das Handelsblatt <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/spar-debatte-merkel-legt-sich-mit-koch-und-schaeuble-an;2580558" target="_blank">berichtet</a>).</li>
<li>Tagesschau: <a href="http://www.tagesschau.de/inland/bildungsstreit102.html" target="_blank">Merkel erteilt Kochs Vorschlägen eine Absage</a>.</li>
<li>Bildungsklick: <a href="http://bildungsklick.de/a/73470/laender-wollen-nicht-bei-der-bildung-sparen/" target="_blank">Länder wollen nicht bei der Bildung sparen</a>.</li>
</ul>
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		<title>Software und Web-Werkzeuge, die das Leben als Lehrer, Schüler und Student einfacher machen</title>
		<link>http://www.bildungsblog.info/2010/05/02/software-und-web-werkzeuge-die-das-leben-als-lehrer-schuler-und-student-einfacher-machen/</link>
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		<pubDate>Sun, 02 May 2010 08:35:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Felling</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltagshelfer]]></category>
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Lehrer, Schüler und Studenten &#8211; sie alle eint die Tatsache, dass sie im Grunde denselben wesentlichen Tätigkeiten nachgehen: Quellen recherchieren und auswerten, Informationen sammeln und organisieren, Theorien entwickeln, überprüfen und erweitern, und schließlich Hausarbeiten, Aufsätze und Forschungsarbeiten anfertigen. Dank des digitalen Wandels ist der PC mit seiner Textverarbeitung dabei zum Standardwerkzeug geworden. Im Web 2.0  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
<p>Lehrer, Schüler und Studenten &#8211; sie alle eint die Tatsache, dass sie im Grunde denselben wesentlichen Tätigkeiten nachgehen: Quellen recherchieren und auswerten, Informationen sammeln und organisieren, Theorien entwickeln, überprüfen und erweitern, und schließlich Hausarbeiten, Aufsätze und Forschungsarbeiten anfertigen. Dank des digitalen Wandels ist der PC mit seiner Textverarbeitung dabei zum Standardwerkzeug geworden. Im Web 2.0  finden sich aber noch weitaus mehr Werkzeuge, die das Leben als Forscher vereinfachen können. Ich möchte ein paar meiner Lieblings-Tools vorstellen, weil ich glaube, dass auch andere von diesen profitieren können.</p>
<h3>EverNote: Ihr persönliches Elefanten-Gedächtnis</h3>
<p><a href="http://www.evernote.com" target="_blank">EverNote</a> ist vielleicht das wichtigste Tool von allen: Mit diesem Programm speichern und verwalten Sie Ihre Notizen. Das klingt einfach – aber bekanntlich sind die einfachsten Aufgaben auch die wichtigsten. EverNote weiß das Konzept des <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ubiquitous_computing" target="_blank"><em>Ubiquitous Computing</em></a> geschickt auszunutzen, da es die Anwendung für die gängigsten PC-Systeme und als App für die größten Smartphone- und Handy-Hersteller gibt (iPhone, Android, WebOS, BlackBerry, Windows Mobile). Genau hier liegt auch die Stärke, denn durch die Verfügbarkeit &#8220;immer und überall&#8221; können Sie die bedeutendsten Geistesblitze unterwegs festhalten, und dabei gleichzeitig Ihre vorhandenen Notizen durchsuchen. Am heimischen Rechner können Sie zudem Web-Seiten und –Quellen im Volltext speichern, taggen und später durchsuchen. Die Anwendung erstellt auch Bildschirmausschnitte und Abbilder ganzer Internetseiten. In Notizbüchern geordnet, können Notizen mit Schlagwörtern und Metainformationen assoziiert werden, so dass sie auch in größeren Sammlungen effizient organisier- und wieder auffindbar sind. Ich verwende EverNote, um wichtige Recherche-Schnipsel (Zitate, Definitionen, etc.) sowie interessante Blogs und Webseiten für Hausarbeiten und Blogeinträge zu verwalten, und um wichtige Thesen und Argumente auch unterwegs zu notieren. Dafür eignet sich das Programm hervorragend.</p>
<h3>OneNote: Zum Anfertigen von Mitschriften und Aufzeichnungen von Vorlesungen und Besprechungen</h3>
<p><a href="http://office.microsoft.com/de-de/onenote/default.aspx" target="_blank">Microsoft Office OneNote</a> ist Teil der kostengünstigen &#8220;Office Home and Student Suite&#8221; (sowie der teuren &#8220;Ultimate Suite&#8221;), die gerade auf vielen Neugeräte bereits in einer 60-Tage-Version vorinstalliert ist. OneNote eignet sich in erster Linie zum Anfertigen und Verwaltung von Mitschriften (Unterricht, Vorlesungen, Seminare, Besprechungen). Notizen werden übersichtlich in Notizbüchern, Abschnitten, Seiten und Unterseiten verwaltet. Neben formatiertem Text lassen sich auch Grafiken und PDF-Dokumente einfügen und beschriften. Die Synchronisation über mehrere PCs hinweg ist vorbildlich gelöst. Zu den professionellen Merkmalen gehören die Audio- und Videoaufzeichnung, die jeweils mit den geschriebenen Notizen verlinkt werden, so dass man in der Nachbearbeitung der Mitschrift gleich zur entsprechenden Stelle im Audio- bzw. Video-Stream springen kann.</p>
<p>Dass sich OneNote nicht nur als Mitschriften-Verwaltung nutzen lässt, und gerade für Lehrer ein großes Potenzial für die Organisation von Unterrichtsmaterial aufweist, beweist Jan-Martin Klinge mit seinem &#8220;<a href="http://halbtagsblog.wordpress.com/category/onenote-projekt/" target="_blank">OneNote-Projekt</a>&#8220;. Chapeau!</p>
<h3>Mendeley: Forschungsarbeiten suchen, verwalten und bereitstellen</h3>
<p>Bei der Literatur-Recherche im Web und im Uni-Alltag wird man mit einer riesigen Menge an Forschungsarbeiten (meist im PDF- oder Word-Format) konfrontiert. Diese effizient zu speichern, verwalten und mit Gleichgesinnten zu teilen, ist das erklärte Ziel des innovativen Dokumenten-Verwaltungs-Systems (Document Management System, DMS) <a href="http://www.mendeley.com/" target="_blank">Mendeley</a>. Der Clou an der Sache: Durch das Synchronisieren der Dateien mit dem (kostenlosen) Online-Konto können die Daten schnell auf mehreren PCs abgeglichen werden. Die Eingabe bibliografischer Angaben gestaltet sich leicht, da auf eine große Datenbank an Literaturangaben im Netz zugegriffen werden kann.</p>
<p>Die Integration in moderne Browser und Textverarbeitungsprogrammen ist über kostenlose Plug-ins gegeben. Wenn der Nutzer es wünscht, kann er ein eigenes Profil erstellen und mit anderen Wissenschaftlern in Kontakt treten sowie Dokumente und Ideen austauschen. Mein Fazit: ein innovatives Angebot mit Zukunfts-Potenzial!</p>
<h3>SugarSync: Zur Sicherung und Synchronisierung wichtiger Daten und Dokumente</h3>
<p><a href="http://www.sugarsync.com" target="_blank">SugarSync</a> ist aus meinem Alltag nicht mehr wegzudenken. Das Programm läuft im Hintergrund auf beliebig vielen Rechnern und hat die Aufgabe, wichtige Ordner und Dateien im Internet zu sichern und auf allen gewünschten PCs abzugleichen. Die Sicherung geschieht über eine verschlüsselte Verbindung, die Daten selbst werden auch ausschließlich verschlüsselt hinterlegt. Die Stärke des Programmes liegt in seiner nahtlosen und zuverlässigen Integration in Windows: Von der Synchronisierung und Sicherung bekommen Sie nichts mit (von einer beschäftigten Statusanzeigen in der Taskleiste abgesehen). Sie bestimmen die Ordner, die gesichert und synchronisiert werden sollen und SugarSync überwacht die Dateien auf Änderungen, die in Echtzeit gesichert werden. Ich verwende diese Lösung, um meine wichtigsten Daten (z. B. OneNote-Mitschriften, Office-Dokumente) zum Einen im Internet zu sichern (Stichwort: Datensicherung), und um diese zum Anderen zwischen meinem Desktop-PC zuhause und dem Laptop unterwegs abzugleichen. So erstelle ich Mitschriften in Seminaren und Vorlesungen, die dann nach dem Log-in zuhause gleich auf meinem Desktop-Rechner zur Verfügung stehen – manueller Datenabgleich ade. Der Einstieg in SugarSync ist mit einem 2-GB-Speicherplatz kostenlos, darüber hinaus werden größere Pakete zu vernünftigen Preisen angeboten.</p>
<p>Natürlich setzt das Programm eine Verbindung zum Internet voraus, was aber an vielen Unis und auch immer mehr Schulen bereits gegeben ist. Wer dem Speichern seiner Daten &#8220;in the cloud&#8221; kritisch gegenübersteht (immerhin handelt es sich hier nicht um ein deutsches Unternehmen), kann sich auch nach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Online-Datensicherung" target="_blank">Alternativen</a> umsuchen.</p>
<h3>Wichtige FireFox-Add-ons: Read It Later, Xmarks, Zotero</h3>
<p>Der FireFox hat in Europa seit Langem schon dem ehemaligen Browser-Monopolisten Microsoft (Internet Explorer) den Rang abgelaufen. Gerade an Schulen und Unis sowie auf den privaten Rechnern von Lehrern, Schülern und Studenten wird er mit Vorliebe eingesetzt. Während der Browser von Haus aus mit einer Menge Möglichkeiten bestückt wird, kann er für den wissenschaftlichen Einsatz mittels zahlreicher Add-ons frisiert werden. Zu meinen Favoriten gehören Xmarks, Zotero und &#8220;Read It Later&#8221;.</p>
<p><a href="http://www.xmarks.com" target="_blank">Xmarks</a> erlaubt das Synchronisieren von Lesezeichen – so dass diese verschlüsselt im Internet gesichert und auf mehreren PCs zur Verfügung gestellt werden können. Das Add-on arbeitet einfach, schnell und zuverlässig.</p>
<p><a href="http://www.zotero.com" target="_blank">Zotero</a> ist praktisch die Ergänzung zu Mendeley. Es erlaubt die Verwaltung und Archivierung von Online-Fundstücken, die außerdem auf einfache Weise mit Gleichgesinnten ausgetauscht werden können.</p>
<p>Und zuletzt ist noch <a href="http://readitlaterlist.com/" target="_blank">&#8220;Read It Later&#8221;</a> zu nennen. Wie häufig hat man im Netz eine interessante Seite entdeckt, aber gerade keine Zeit, den Text zu lesen? Bisher habe ich stets ein Lesezeichen angelegt, das dann später aufgerufen und wieder gelöscht wurde – etwas umständlich. Genau hier setzt &#8220;Read It Later&#8221; an. Es ist ein Dienst, der mit einem einfachen Klick Internet-Adressen speichert und die Adresse auf ebenso einfache Weise für ein späteres Lesen verfügbar macht. Natürlich können die Fundstücke getaggt und sortiert werden. Ein sehr praktischer Helfer, durch den keine Quelle mehr im Nirvana verschwindet!</p>
<p>Übrigens: Alle drei genannten Plug-ins sind auch für andere WebBrowser verfügbar.</p>
<p><strong>Eigentlich wollte ich noch weitere Tools vorstellen. Der Eintrag ist aber bereits lang genug, so dass ich den Rest meiner Favoriten zu einem späteren Zeitpunkt in einem separatem Beiträg veröffentlichen werde.</strong></p>
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		<title>Netz-Fundstück: Weltweite Bildungs-Herausforderungen graphisch dargestellt</title>
		<link>http://www.bildungsblog.info/2010/05/01/netz-fundstuck-weltweite-bildungs-herausforderungen-graphisch-dargestellt/</link>
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		<pubDate>Sat, 01 May 2010 09:37:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Felling</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erdkunde/Geographie]]></category>
		<category><![CDATA[Fundstück]]></category>
		<category><![CDATA[Globale Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Unterrichtsmaterial]]></category>

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Ganz zufällig bin ich vor einigen Jahren auf www.worldmapper.org aufmerksam geworden. Seither habe ich auf die dort verfügbaren Materialien immer wieder gerne zurückgegriffen. Ich bin überzeugt, dass sich diese auch hervorragend für den Erdkunde-, Politik- und Sozialwissenschafts-Unterricht eignen, weshalb ich sie hier kurz vorstellen möchte.
Der World Mapper wirbt mit dem Slogan &#8220;The world as you&#8217;ve [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
<p>Ganz zufällig bin ich vor einigen Jahren auf <a href="http://www.worldmapper.org/" target="_blank">www.worldmapper.org</a> aufmerksam geworden. Seither habe ich auf die dort verfügbaren Materialien immer wieder gerne zurückgegriffen. Ich bin überzeugt, dass sich diese auch hervorragend für den Erdkunde-, Politik- und Sozialwissenschafts-Unterricht eignen, weshalb ich sie hier kurz vorstellen möchte.</p>
<p>Der World Mapper wirbt mit dem Slogan &#8220;The world as you&#8217;ve never seen it before&#8221;, und damit übertreibt er nicht. Die <a href="http://www.shef.ac.uk/sasi" target="_blank">University of Sheffield</a> stellt unter Leitung von <span style="text-decoration: line-through;">Mark Newman (University of Michigan)</span> <a href="http://www.sheffield.ac.uk/geography/staff/dorling_danny/" target="_blank">Danny Dorling</a> (Dank an Herrn Hennig für die Richtigstellung, s. <a href="#comment-14">Kommentar</a>) eine ganze Reihe Weltkarten zur Verfügung, die mit Hilfe eines speziellen Algorithmus jeweils einen bestimmten sozial-politischen Faktor (etwa Einkommen, Erziehung, Krankheiten)  hervorheben. Die Proportionen der dargestellten Länder beziehen sich dabei nicht auf die geografische Größe, sondern auf die Ausgestaltung dieses Faktors. Hierdurch schaffen es die Karten, die wichtigsten globalen, sozial-politischen Probleme auf sehr anschauliche Weise herauszustellen. Ich möchte kurz einige bildungsrelevante Themen vorstellen. (Anmerkung: Die Daten werden freundlicherweise unter einer <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/" target="_blank">Creative Commons License</a> zur Verfügung gestellt, das Entwicklerteam hat die Ressourcen auch explizit für <a href="http://www.worldmapper.org/faq.html" target="_blank">Bildungszwecke</a> freigegeben. Für das folgende Bildmaterial gilt: <a href="http://www.worldmapper.org/copyright.html" target="_blank">© Copyright 2006 SASI Group (University of Sheffield) and Mark Newman (University of Michigan)</a>)</p>
<h3>Weltweites Vermögen (BIP)</h3>
<p><a href="http://www.worldmapper.org/display.php?selected=163"><img style="border: 0pt none;" src="http://www.worldmapper.org/images/largepng/163.png" border="0" alt="" width="600" height="300" /></a></p>
<p>Eine klare aber nicht überraschende Aussage: Der größte Teil des weltweiten Vermögens (hier gemessen am BIP aus dem Jahre 1990) befindet sich auf der nördlichen Halbkugel. Zentralafrika bildet das einsame Schlusslicht: Mit gerade einmal 0.8% des BIP der reichsten Region (Nordamerika).</p>
<h3>Mädchen ohne Zugang zum Primarbereich</h3>
<p><a href="http://www.worldmapper.org/display.php?selected=201"><img style="border: 0pt none;" src="http://www.worldmapper.org/images/largepng/201.png" border="0" alt="" width="600" height="300" /></a></p>
<p>Diese Karte zeigt, wie viele Mädchen (in absoluten Zahlen!) einer Altersgruppe (etwa 5- bis 9-jährige) nicht zur Schule gehen <em>obgleich</em> die männliche Kohorte Zugang zum Primarbereich hat. Indien stellt die größte Herausforderung dar: Dort wird 8 Millionen Mädchen der Zugang zum Primarbereich verwehrt. Nordafrika folgt mit 2,5 Millionen auf Rang 2. Aber auch die Türkei ist von dem Problem betroffen. Wohl gemerkt: Die Aussage der Karte ist immer im Vergleich der weiblichen zur männlichen Kohorte zu verstehen!</p>
<h3>Ausgaben für die Hochschulbildung</h3>
<p><a href="http://www.worldmapper.org/display.php?selected=211"><img style="border: 0pt none;" src="http://www.worldmapper.org/images/largepng/211.png" border="0" alt="" width="600" height="300" /></a></p>
<p>Die Karte zeigt die Ausgaben für die Hochschulbildung (in USD und auf die lokale Kaufkraft angepasst, Daten von 2001): Nordamerika und Westeuropa stellen 61% der weltweiten Ausgaben für den Tertiärbereich. Wenn man der These folgt, dass Bildung vor Armut schützt, wirkt es sehr beklemmend, dass Zentralafrika und Teile Asiens praktisch untergehen. Zentralafrika und Teile Südwestafrikas stellten zum Erhebungszeitpunkt nur 1.5% der weltweiten Gesamtausgaben.</p>
<p>Interessant ist auch die Tatsache, dass diese Karte fast deckungsgleich mit der Darstellung des weltweiten Vermögens ist (1. Karte).</p>
<h3>Ein Hinweis zur Interpretation der Daten</h3>
<p>Zu jeder Karte können Sie detaillierte technische Informationen abrufen, die Auskunft über die Erhebungsmethoden und den Erhebungszeitraum geben. Bitte bedenken Sie, dass bestimmte Karten aufgrund ihrer unkonventionellen Erhebungsmethoden etwas schwierig zu interpretieren sind. Die Anmerkungen am Rande sowie unter dem Link &#8220;Technical notes for this data&#8221; (am unteren Bildschirmrand) können Verständnisfragen in den meisten Fällen klären.</p>
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		<title>Wie E-Books und E-Magazines schulisches und wissenschaftliches Arbeiten verändern können</title>
		<link>http://www.bildungsblog.info/2010/04/30/wie-e-books-und-e-magazines-schulisches-und-wissenschaftliches-arbeiten-verandern-konnen/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 13:00:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Felling</dc:creator>
				<category><![CDATA[E-Books]]></category>
		<category><![CDATA[Lesen und Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Presse und Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexion]]></category>
		<category><![CDATA[Schulbücher]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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Technologischer Fortschritt lässt sich nicht aufhalten &#8211; selbst, wenn sich starke Interessengemeinschaften gegen einen solchen Wandel stemmen. Mit E-Books und E-Magazines (bzw. E-Book-Readern und Tablet-PCs) wird dies nicht anders sein. Bereits jetzt &#8211; erst wenige Jahre bzw. Monate nach Markteinführung der ersten kommerziellen Geräte &#8211; zeichnen sich interessante Entwicklungen ab.
Noch befindet sich die Technologie der [...]]]></description>
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<p>Technologischer Fortschritt lässt sich nicht aufhalten &#8211; selbst, wenn sich starke Interessengemeinschaften gegen einen solchen Wandel stemmen. Mit E-Books und E-Magazines (bzw. E-Book-Readern und Tablet-PCs) wird dies nicht anders sein. Bereits jetzt &#8211; erst wenige Jahre bzw. Monate nach Markteinführung der ersten kommerziellen Geräte &#8211; zeichnen sich interessante Entwicklungen ab.</p>
<p>Noch befindet sich die Technologie der E-Book-Reader und Tablet-PCs in den Kinderschuhen, noch sind die Endgeräte für den breiten Einsatz viel zu teuer und ihre Akzeptanz eingeschränkt. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie für die Wissenschaft entscheidende Vorteile haben, die &#8211; so undankbar es klingen mag &#8211; zwar nicht das Ende von papiernen Büchern und Zeitschriften einleiten werden, diese jedoch in Zukunft in ein Nischen-Dasein zwingen. Der Übergang vom papiernen Medium zum rein elektronischen kann Jahre oder Jahrzehnte dauern, doch wird er mit steigender Akzeptanz in der Gesellschaft unaufhaltsam sein.</p>
<p>Für Schule, Studium und Wissenschaft sind die Auswirkungen jener neuen Geräteklasse von besonderem Interesse, denn sie werden das schulische und wissenschaftliche Arbeiten auf wesentliche Weise ändern. Im Folgenden möchte ich kurz (und vielleicht etwas provozierend) darstellen, welche Änderungen sich ergeben könnten.</p>
<h3>E-Book-Reader und Tablet-PCs als konsequente Notwendigkeit der Internetentwicklung?</h3>
<p>Die Entwicklung von E-Books und E-Magazines ist parallel zur Entwicklung  des Internets denkbar. Auf rein konzeptueller Ebene ist der Schritt zum Tablet-PC und E-Book-Reader ein notwendiger, ja ein konsequenter. Denn erst jetzt schließt sich eine Lücke, die das Internet bei all seiner Durchdringung der Gesellschaft noch nicht für sich einzunehmen vermochte: Die wahrscheinlich wichtigste Wissensquelle, wissenschaftliche Bücher und Magazine, war bis heute von den positiven Entwicklungen des Webs abgeschnitten. Durch die traditionelle Herstellung auf Papier, einem im wahrsten Sinne des Wortes toten Medium, konnten Buch und Magazin nicht von den dynamischen Veränderungen des WWW profitieren. Das wird mit E-Books und Tablet-PCs nun anders, die mediale Konvergenz vereinnahmt jetzt auch diese Medien, vernetzt sie und macht sie so zum Teil des Netzes.</p>
<p>Was das Internet für die Wissenschaft bedeutet, wissen wir bereits. Ich habe ihn bereits im letzten Posting zitiert, möchte ihn hier aber noch einmal wiederholen. Chris Anderson hat in seinem Werk <span style="text-decoration: underline;">The Long Tail</span> die wichtigste Bedeutung des Webs in einem Satz zusammengefasst: &#8220;Die Demokratisierung der Produktionsmittel.&#8221; Diese scheinbar einfache Aussage hat zahlreiche Implikationen, die Auswirkungen auf das Netz im Allgemeinen und die wissenschaftliche Arbeit im Speziellen haben.</p>
<h3>Die Produktion von wissenschaftlichen Medien steht allen Nutzern im gleichen Maße zur Verfügung.</h3>
<p>Diese Aussage hat zunächst zwei Konsequenzen für die Wissenschaft: Zum Einen kann mit einem gesteigerten Interesse an wissenschaftlicher Arbeit gerechnet werden. Denn erst jetzt entzündet sich anhand der neuen, allen offenstehenden Publiationsmöglichkeiten das Interesse an und für Wissenschaft. Zum Anderen geht damit eine stark erhöhte öffentliche Publikationstätigkeit einher. Insofern wird die Anzahl wissenschaftlicher Arbeiten zunehmen, was bereits die zahlreichen wissenschaftlichen Blogs und Buch-Publikationen (als On-Demand-Dienstleistung im Printformat bzw. als E-Book im Online-Vertrieb ohne Verlag) zeigen. Über E-Book-Lesegeräte und Tablet-PCs können diese Publikationen nun auch auf einfache Weise wie über das herkömmliche Buch konsumiert werden &#8211; wodurch sie gerade auch Schule, Studium, Lehre und Ausbildung erreichen, die allesamt noch stark von der Verwendung des Buches geprägt sind.</p>
<h3>Einmal produzierte Inhalte lassen sich weltweit effizient und kostengünstig veröffentlichen.</h3>
<p>Die wichtigste wissenschaftliche Konsequenz ist die, dass der Zugang zum Massenmedium nicht länger bloß wenigen, mächtigen Verlagen vorbehalten ist. Die &#8220;Publikationshoheit&#8221; der Verlage wird also schwinden. Bereits heute ist es jedermann möglich, kostengünstig im Netz zu publizieren, so dass keine großen Investitionen getätigt werden müssen (vom reinen Arbeitsaufwand abgesehen). Gerade dieses Investitionsrisiko war es ja, das bisher immer auch einer Zensur durch die Verlage gleich kam. Aus diesem Grunde wird es (ganz im Sinne des Anderson&#8217;schen <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Long_Tail" target="_blank">Long Tail</a>) zu einer starken Ausdifferenzierung wissenschaftlicher Themen kommen, d.h. zu zahllosen Nischen-Interessen und -Publikationen, insbesondere auch durch semiprofessionelle sowie Nachwuchs-Wissenschaftler. In dieser Hinsicht kann das bisher schlafende Potential der ausgebildeten Akademiker, die sich gegen eine klassische wissenschaftliche Laufbahn entschieden aber weiterhin Interesse an wissenschaftlicher Arbeit und Publikation haben, sowie der angehenden Wissenschaftler, der Studenten, geweckt und genutzt werden.</p>
<p>Eine weitere bedeutende Konsequenz ist die einfache Transformation der Inhalte für beliebige Ausgabemedien. So lassen sich Blogs, Twitter-Nachrichten, Webseiten, Dokumente, Videos u. dgl. einfach aggregieren und auf E-Book-Geräten sowie Tablet-PCs konsumieren, welche fast so kompakt und mobil wie Smartphones und PDAs sind aber eine weitaus angenehmere Leseerfahrung durch ihre besseren und größeren Bildschirme ermöglichen. Rezeption und Konsum wissenschaftlicher Arbeiten stehen in ihrer Einfachheit und Verfügbarkeit ihrer Produktion in nichts mehr nach.</p>
<h3><strong>Im Netz stehen sich alle Menschen auf Augenhöhe gegenüber.</strong> Alle Nutzer sind zugleich Produzenten und Konsumenten.</h3>
<p>Dies ist ein essentieller Aspekt, da er impliziert, dass sich die klassische Rollenverteilung (wenige Produzenten auf der einen, die breite Masse an Konsumenten auf der anderen Seite) auflösen wird. In Zukunft wird jede wissenschaftliche Arbeit noch mehr als im bisherigen Sinne ein unvollendetes, sich im Wandel befindliches Werk sein. Denn durch die starke Interaktion von Produzenten und Konsumenten (wie z.B. durch Blogs und ihre Kommentarfunktion gegeben), werden beide eine wissenschaftliche Arbeit mitgestalten können. Wenn das papierne Buch oder Magazin nach Drucklegung in seiner Gestalt festgelegt war, so können Online-Inhalte ständig überarbeitet, revidiert und an aktuelle Trends und Entwicklungen angepasst werden. Dank E-Books und Tablet-PCs sind diese Änderungen in Echtzeit auch auf den Lesegeräten konsumierbar. In dieser Hinsicht gleicht ein Buch einer Software, die ständig durch Updates auf den neuesten Stand gebracht wird. Mehr noch: In dieser Hinsicht werden Buch und Magazin dem Charakter von Wissenschaft erst gerecht, der sich durch seine Theoriehaftigkeit immer im Wandel befindet.</p>
<p>Auch das Verständnis von Autorität wird sich wandeln. Autorität ist nun nicht mehr nur den klassischen Meinungsmachern (wie z.B. mächtigen Tageszeitungen und Wissenschaftsverlagen) vorbehalten (quasi in die Wiege gelegt). Autorität definiert sich im Netz neu &#8211; und zwar durch Popularität und Authentizität (<a href="http://cspannagel.wordpress.com/2010/04/18/uni-2-0-3-statements-fur-ciffi/" target="_blank">Christian Spannagel</a> hat zu diesem Aspekt Interessantes zu sagen), beides entscheidende Faktoren sowohl für Social Networks wie Twitter als auch Suchmaschinen. Reputation, die im Netz immer auch durch Aufmerksamkeit bedacht wird, wird nicht länger von den materiellen Voraussetzungen einer Person (oder seines Verlages) abhängen &#8211; sie wird vielmehr zur entscheidenden Antriebskraft der wissenschaftlichen Publikationstätigkeit im Netz. Und das muss sie auch, denn wenn die Publikationstätigkeit im Netz ansteigt, muss es ein wichtiges Qualitätskriterium geben, um in der Masse die entscheidenden Informationen zu finden.</p>
<p>Das Interessante an dieser Sache ist, dass im Netz nicht allein der rein finanzielle Aspekt die Arbeit von Wissenschaft bestimmen wird. An die Seite der monetären Vergütung gesellt sich die Vergütung durch Aufmerksamkeit und Reputation. Durch die einfache Beschaffung von Informationen über E-Books und Tablet-PCs, und die im Netz natürlicherweise gegebene Bandbreite an Themen, werden Schule, Studium und Lehre in Zukunft auch häufiger auf weniger bekannte Texte und Autoren zurückgreifen. Nämlich solche, die nicht durch Verlage an die Lehrinstitutionen herangetragen werden, sondern durch die Reputation und Aufmerksamkeit im Netz.</p>
<h3>Und was wird aus den Bibliotheken?</h3>
<p>Traurig, aber die Vermutung liegt nahe: Auch die Bibliotheken, die heute noch tonnenweise Wissenschaftslektüre bereithalten, gehören mit dem papiergebundenen Buch zur aussterbenden Art. Zu groß ist der logistische Aufwand, Bücher in riesigen Lagern vorzuhalten, zu systematisieren, auszuleihen und zu aktualisieren. Gerade für die Wissenschaft wird kein Weg am E-Book vorbeiführen, wodurch die herkömmlichen Bibliotheken durch Online-Bibliotheken ersetzt werden (bereits heute ergänzt sich der Bestand aller Uni-Bibliotheken durch digitale Bücher und Zeitschriften). Virtuelle Bibliotheken haben den Vorteil, dass ihr Bestand durch ein Minimum an logistischen Kosten bereitgehalten, verliehen und aktualisiert werden kann. Außerdem sind die Magazine von Online-Bibliotheken immer und überall per Internet verfügbar. Vormerkungen und langes Warten auf bereits entliehene Medien gehören ebenso der Vergangenheit an wie der eigentliche Gang zur Bibliothek.</p>
<p>E-Books und Tablet-PCs, die in Zukunft immer über eine Internetanbindung verfügen werden, können auf einfache Weise an diese Bibliotheken angebunden werden &#8211; spezielle Lizenzierungssysteme könnten die Zugangsberechtigung zu bestimmten Büchern dabei verwalten, so dass z.B. nur Studierende und Schüler Zugriff auf die Medien der Lehrbücherei hätten, oder dass nur der wissenschaftliche Nachwuchs sowie Wissenschaftler Zugriff auf besonders kostspielige wissenschaftliche Literatur hätten. Natürlich soll nicht vergessen werden, dass mit der Virtualisierung der Bibliotheken auch wichtige Lizenzierungsfragen geklärt werden müssen. Insbesondere das Urheberrecht und die deutsche Buchpreisbindung stellen den Erfolg des E-Books hier vor Herausforderungen.</p>
<h3>Zum Thema im Netz (aktualisiert am 04.05.2010)</h3>
<ul>
<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/05/01/schulbuecher-und-freie-unterrichtsmaterialien/" target="_blank">Herr Larbig</a> weiß eine Auseinandersetzung (traditionelles) Schulbuch &#8211; E-Book gekonnt und sehr konstruktiv anzustoßen. Dabei rückt er auch den Mehrwert des durch Lehrkräfte erstellten Unterrichtsmaterials in den Vordergrund und hofft auf eine &#8220;Open Source&#8221;-Bewegung im Sinne der &#8220;CreativeCommons&#8221;.</li>
<li><a href="http://monsieur-becker.de/2010/05/schulbuecher-zukunft/" target="_blank">Monsieur Becker</a> greift die Gedanken Herrn Larbigs auf und führt sie kritisch weiter. Außerdem beantwortet er meinen Beitrag mit einem <a href="http://monsieur-becker.de/2010/05/e-books-wissenschaft/" target="_blank">kritischen Gegenentwurf</a>. Vielen Dank dafür!</li>
<li>Das <a href="http://www.astrail.de/schulbuch/wiki/index.php/Hauptseite" target="_blank">SchulbuchWiki</a> unterstützt Lehrkräfte bei der Erstellung freier Lehrmaterialien, die übers Internet verteilt werden und deren Ziel es ist, auch offiziell für den Unterricht freigegeben zu werden.</li>
<li>Der Wikipedia-Artikel zu <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Educational_Resources" target="_blank">Open Educational Resources</a>, die für freien Zugang zu Lehr- und Lerninhalten stehen. (Dank an <a href="http://herrlarbig.de/2010/05/01/schulbuecher-und-freie-unterrichtsmaterialien/#comment-3650" target="_blank">Herrn Schaumburg</a>.)</li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Bleibt die &#8220;Netucation&#8221; auf der Strecke?</title>
		<link>http://www.bildungsblog.info/2010/04/28/bleibt-die-netucation-auf-der-strecke/</link>
		<comments>http://www.bildungsblog.info/2010/04/28/bleibt-die-netucation-auf-der-strecke/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 28 Apr 2010 17:07:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Felling</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Netucation]]></category>
		<category><![CDATA[Social Networks]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[
			
				
			
		
Im Sommer letzten Jahres titelte der Spiegel &#8220;Netz ohne Gesetz &#8211; Warum das Internet neue Regeln braucht&#8221;. Der hervorragend geschriebene Artikel (der über oben genannten Link im Volltext einsehbar ist) verdeutlicht ganz eindringlich, welche Gefahren das neue Medium birgt, um dann ganz pragmatisch zu fragen: Wie können die Bürger (unseres Rechtsstaates) vor diesen Gefahren geschützt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.bildungsblog.info%2F2010%2F04%2F28%2Fbleibt-die-netucation-auf-der-strecke%2F"><br />
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			</a>
		</div>
<p>Im Sommer letzten Jahres titelte der Spiegel <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-66360414.html" target="_blank">&#8220;Netz ohne Gesetz &#8211; Warum das Internet neue Regeln braucht&#8221;</a>. Der hervorragend geschriebene Artikel (der über oben genannten Link im Volltext einsehbar ist) verdeutlicht ganz eindringlich, welche Gefahren das neue Medium birgt, um dann ganz pragmatisch zu fragen: Wie können die Bürger (unseres <em>Rechts</em>staates) vor diesen Gefahren geschützt werden? Schulen, Pädagogen und Eltern sind ganz besonders auf eine Antwort angewiesen: Wie können unsere Kinder vor den Gefahren des Web 2.0 geschützt werden?</p>
<p>Damals schrieb ich folgende Antwort an die Spiegel-Redaktion:</p>
<blockquote><p>Es gibt sie leider: Straftaten, vor denen man nicht oder nur  unzureichend schützen kann. Für alle anderen gilt das Prinzip des  gesunden Menschenverstands: Genau wie ich brisante Stadtteile meide, so  sollte ich mich auch nicht in jede Ecke des Netzes vorwagen. Ich erziehe  meine Kinder, um sie für das Übel zu sensibilisieren und davor zu  schützen. Ebenjene Erziehung hat nun eine neue Komponente gewonnen:  Internetaufklärung. Unsere &#8220;Netizens&#8221; brauchen &#8220;Netucation&#8221;. Wenn jeder  bei sich und seiner Familie anfängt, haben wir schon viel gewonnen.<br />
— <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-66436821.html" target="_blank">Spiegel-Leserbrief vom 17.8.2009</a></p></blockquote>
<p>Die in letzter Zeit (zurecht!) äußerst <a href="http://news.google.de/news/search?aq=0&amp;pz=1&amp;cf=all&amp;ned=de&amp;hl=de&amp;q=Datenschutz+AND+%28Facebook+OR+Google%29+" target="_blank">kritische Medienberichterstattung</a> über eklatante Datenschutz-Mängel in den Sozialen Netzwerken (aber nicht nur dort) hat mich an jenen Leitartikel erinnert, und ich frage mich, welchen Beitrag die pädagogische Praxis zur zufriedenstellenden Beantwortung der Frage leisten kann.</p>
<p>Machen wir uns nichts vor: Die schnelllebigen neuen Technologien des Internets mit seinen zahllosen Googles, Facebooks, MySpaces und StudiVZs haben die Generation Web 2.0 voll im Griff. Die radikale, rücksichtslose und rein profitorientierte Kommerzialisierung persönlicher Daten hat Unternehmen aus dem In- und Ausland in ihrer Mächtigkeit gestärkt, die Bemühungen des deutschen Datenschutz- und Persönlichkeitsrechts in ihrer Ohnmächtigkeit aber vorgeführt.</p>
<p>Die deutsche (ja jede nationale) Gesetzgebung lässt die Pädagogen (und damit unsere Kinder) schlichtweg im Stich. Das ist ihr vielleicht gar nicht mal vorzuwerfen. Was könnte Sie auch ausrichten? Daten- und Persönlichkeitsschutz im Internet sind ein internationales Problem und daher auf nationaler Rechtsebene nicht adäquat zu beantworten. Jedenfalls nicht, wenn wir nicht auf die bloße Brachial-Methode zurückgreifen möchten: &#8220;Ich kann sie nicht aussperren, also sperre ich mich selbst ein.&#8221; (Stichwort: Zensur, Websperren.)</p>
<p>Betrachtet man die Problematik genauer, kristallisieren sich zahlreiche Einzelprobleme heraus, deren Lösung einer Antwort bedürfen. Im Folgenden möchte ich auf einige wenige Aspekte näher eingehen.</p>
<h3>Entziehung aus der nationalen, rechtlichen Verantwortung</h3>
<p>Die größten Datensammler und Sozialen Netzwerke befinden sich im Ausland oder operieren global. Sie entziehen sich somit der deutschen oder europäischen Rechtsprechung. Durch die dezentrale Architektur des Internets  sind ihre Dienste immer und überall verfügbar, und sie vereinnahmen immer größere Bereiche des Privatlebens unserer Kinder (man könnte von starker medialer Penetration sprechen), dabei entziehen sie sich der nationalen rechtlichen Verantwortung &#8211; zur Not durch Umzug ihrer Server in rechtliche Entwicklungsländer.</p>
<p>Der Gesetzgeber mit all seinen starren Strukturen arbeitet zu langsam als dass er mit der Schnelllebigkeit des Netzes mitzuhalten vermag. Er kann also weder durch strikte Gesetzgebung noch durch deren Vollzug viel an der Lage ändern. (Auf die Problematik von Internetsperren und Netz-Zensur möchte ich hier nicht eingehen.)</p>
<h3>Verlogenes Zerrbild von Offenheit, Intimität und Kontrolle<strong><br />
</strong></h3>
<p>Das Internet suggeriert ein verzerrtes und zutiefst verlogenes Bild von Offenheit, Kontaktfreudigkeit, Intimität, Privatsphäre und Kontrolle (i.S.v. Selbstbestimmung). Die sozialen Netzwerke wissen den Nutzer geschickt zu täuschen, indem sie ihm vorgaukeln, er sei stets Herr über seine persönliche Daten. Dem ist mitnichten so!</p>
<p>Gerade die Sozialen Netzwerke nutzen die persönlichen Daten für die Kommerzialisierung, geben diese (teils in statistischen aber immer noch an die Nutzer gebundenen Persönlichkeitsprofilen) an Dritte weiter. Dass dies gängige Praxis ist, zeigen nicht zuletzt auch die <a href="http://nachrichten.rp-online.de/wirtschaft/facebook-will-daten-verkaufen-1.71597" target="_blank">beabsichtigten Änderungen der Nutzungsbedingungen auf Facebook</a>, welche die ohnehin benachteiligte Position der Nutzer gegenüber dem Unternehmen nochmals verschlechtern würden. Der gläserne Bürger ist kein Schreckensgespenst der Zukunft mehr, und Herr Zuckerberg und Co gehen besonders dreist (etwas zynischer: dilletantisch) vor. Es handelt sich hierbei auch nicht um den ersten Versuch, die Nutzungsbedingungen zwecks kommerzieller Ausschlachtung des <a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;source=web&amp;ct=res&amp;cd=1&amp;ved=0CAcQFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Fde.wikipedia.org%2Fwiki%2FUser_Generated_Content&amp;rct=j&amp;q=user+generated+content&amp;ei=Ux7YS8myB8WtOIGf7dwG&amp;usg=AFQjCNGXjad8ub9ZmxhbpwL7yY7Nv9_G5A" target="_blank">&#8220;user generated content&#8221;</a> zum Nachteil der Nutzer zu ändern.</p>
<p><span style="text-decoration: line-through;">Tatsache</span> Wahrscheinlich ist, dass Facebook in Deutschland die deutsch-stämmigen VZNetzwerke (SchülerVZ, MeinVZ, StudiVZ) bald hinter sich lassen dürfte. Bereits Ende letzten Jahres sprach Zuckerberg von <a href="http://www.seedfinance.de/2009/01/28/facebook-starkes-wachstum-in-deutschland-eine-user-analyse/" target="_blank">2 Millionen deutschen Nutzern</a> (das entspricht ungefähr der Anzahl aller Studenten in der Bundesrepublik).</p>
<p>Tatsache ist auch, dass diese ihre persönlichen Seiten (genannt Profile) nicht einfach löschen können. Zwar kann man aus dem Netzwerk austreten und sein Profil somit vor Zugriffen sperren, aber die Daten werden (zumindest per Standard) auf den Facebook-Servern weiterhin vorgehalten. Warum? Dies allein ein Hinweis darauf, was die Daten dem Konzern wert sind!</p>
<p>Sucht man auf <a href="http://www.gertis-pc-tipps.de/fortgeschrittene/so-kannst-du-dein-facebook-account-loeschen/" target="_blank">einschlägigen Webseiten</a> (oder begibt man sich tief in die Hilfeseiten Facebooks), so findet sich tatsächlich ein Link zum &#8220;Löschen&#8221; der Daten. Klickt man diesen allerdings an, so wird man damit vertröstet, dass die Daten frühestens erst in 14 Tagen von den Servern gelöscht werden. Sollte man die eigene Meinung ändern, kann man den Schritt innerhalb der Frist jederzeit rückgängig machen. Auch hier: Warum kann ich die Daten nicht direkt und unverzüglich löschen lassen? Warum darf ich nicht selbst über meine Daten bestimmen? Warum werde ich bevormundet? Und warum hat diese Handhabe den faden Beigeschmack von Enteignung?</p>
<p>Doch selbst wenn die Daten dann endlich gelöscht sind (falls man dieser Aussage trauen mag), so bleiben Relikte bestehen: Fotos von Freunden, auf denen man zu sehen (und von denen man aus verlinkt) war, werden weder entfernt noch unkenntlich gemacht. Rein technisch wäre das möglich &#8211; aber es würde den Konzern ja wertvolle Ressourcen kosten und könnte das Unternehmen um seine Einnahmequelle bringen.</p>
<p>Selbst wer nichts mit Facebook zu tun hat oder nichts mehr damit zu tun haben möchte, ist vor Nachstellungen nicht geschützt. Denn der Konzern sammelt, aggregiert, analysiert und querverweist die durch seine Nutzer bereitsgestellten Daten (und damit auch die E-Mail-Adressen, Namen und Angaben zu Freunden, Familien und Bekannten). Durch Querverweise werden Nutzerprofile auch von Nicht-Nutzern erstellt! So kann es dann sein, dass man als völlig unbedarfter Bürger <a href="http://www.cosmiq.de/qa/show/2353965/Wie-ist-so-eine-facebook-Einladung-moeglich/" target="_blank">plötzlich Beitritts-Aufforderungen</a> an seine E-Mail-Adresse erhält &#8211; die oft erstaunlich viele Daten über die eigene Person enthalten.</p>
<h3>Das Netz vergisst nicht, es hat ein virales Eigenleben</h3>
<p>Als wären die zuvor genannten Punkte nicht schon schlimm genug &#8211; es gesellt sich ein weiterer Faktor hinzu, den es immer zu beachten gilt: Das Internet vergisst nicht (jedenfalls nicht so leicht), und es entwickelt ein erschreckend virales Eigenleben. Das heißt: Was einmal im Netz landet, bleibt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch dort (insbesondere, wenn es sich um Daten handelt, die viel Aufmerksamkeit erregen). Selbst wenn man die Daten selbst eingestellt und wieder gelöscht hat, hinterbleiben Spuren im Netz. Denn schon längst haben sich Google und Co der Daten bemächtigt: Sogenannte Crawler scannen das Netz nach Inhalten und speichern diese auf ihren Servern ab (Caching). Von dort sind sie dann oftmals für die gesamte Netzöffentlichkeit abrufbar.</p>
<p>Selbst wenn es nicht die Crawler sein sollten, so speichert jeder Rechner die Daten, die auf dem Bildschirm angezeigt werden, auf der lokalen Festplatte (teils über Wochen und Monate). Auch so werden die einmal hochgeladenen Daten beliebig vervielfältigt und sind für jede Person weiterverwendbar. Oder die Daten werden gleich in den Bookmarks der Nutzer abgelegt, über Blogs und Webseiten kopiert oder wiederaufbereitet.</p>
<p>Ganz schlimm wird dies, wenn es sich um Daten von viraler Qualität handelt &#8211; dann nämlich finden diese (oft über Nacht) gewollt oder ungewollt eine riesige Fan-Gemeinde &#8211; oder aber man sieht sich der Lynchjustiz des Netzes ausgesetzt, wie 2005 eine <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Internet_vigilantism#Dog_Poop_Girl" target="_blank">Hundebesitzerin in der Seouler U-Bahn</a> schmerzlich erfahren musste.</p>
<h3>Stasi 2.0: Daten sammeln, verknüpfen, verfügbar machen</h3>
<p>Noch nie war es so einfach, so riesige Datenmengen auf effizienteste Weise und in kürzester Zeit zu sammeln, zu durchsuchen, zu verknüpfen und verfügbar zu machen. Das nutzen etliche &#8220;Diensteanbieter&#8221; im Netz aus. So gibt es spezielle Personen-Suchmaschinen, die das Netz gezielt nach Personen durchsuchen, ihre Sozialen Netzwerk-Seiten mit ihren letzten Bog-Postings, Foren-Einträgen, persönlichen Fotos und dergleichen verknüpfen, Einträge aus Online-Telefonbüchern ergänzen und so ein recht umfangreiches Personenprofil erstellen &#8211; das dann der Öffentlicheit wieder zugänglich gemacht wird. Der zukünftige Arbeitgeber wird sich freuen und kann per Stichwortsuche in Google besonders schnell auf etwaige Netz-Hinterlassenschaften des potentiellen Arbeitnehmers zugreifen.</p>
<p>Nicht selten werden gerade diese Eigenschaften des Netzes von übelwollenden Nutzern ausgenutzt, um sich an der oder dem Ex zu rächen, um gezielt Personen zu mobben (Cybermobbing), um Menschen in Diskredit zu bringen. Das Problem an der Sache ist, dass sich solche Aktionen mit einfachen Klicks (und selbstverständlich auch anonym) in die Wege bringen lassen. Sie aber rückgängig zu machen, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit.</p>
<h3>Was also tun? Das böse Internet?</h3>
<p>Es bleibt die Frage: Welche Konsequenzen ziehen Eltern, Pädagogen und Erzieher aus diesem Dilemma? Dass man mich nicht falsch versteht: Ich sehe das Internet als ein wunderbares Medium an, das der Bildung und Erziehung viele Möglichkeiten bietet. Das Internet selbst ist nicht das Böse. Aber es ist ein Medium, das, wie viele andere auch, leicht missbraucht werden kann, und das auf besondere Weise zum Missbrauch einlädt. Schließlich ist es das einzige Massenmedium, das nicht bloß auf den Konsum ausgerichtet ist. Es ist <em>das </em>Massenmedium, dessen sich jeder produktiv bedienen kann, und das hierdurch eines ganz anderen Verständnisses bedarf. (<a href="http://www.thelongtail.com/" target="_blank">Chris Anderson</a> nennt diesen Aspekt des Netzes in seinem wegweisenden Werk <span style="text-decoration: underline;">The Long Tail</span> die &#8220;Demokratisierung der Produktionsmittel&#8221;.) Das Potential des Internets darf also nicht unterschätzt werden, der Respekt vor ihm nicht untergehen.</p>
<p>Hin und wieder hört man das Argument, wer nichts zu verbergen habe, brauche sich vor dem Netz nicht in Acht zu nehmen. Das ist falsch gedacht. Wir alle haben etwas zu verbergen &#8211; eines unserer höchsten Güter nämlich: Unsere Privats- und Intimsphäre.</p>
<p>Ich glaube, dass der derzeitig (und vielleicht auf lange Sicht) einzige Weg, die Vorzüge des Internets unter Wahrung seiner eigenen Intims- und Privatsphäre zu genießen darin besteht, ihm mit jedem Schritt kritisch gegenüberzustehen und sein ambivalentes Wesen zu begreifen: als ein allen produktiv zugängliches, modernes Massenmedium mit enormer medialer Penetration und zwanghaft expropriativem Charakter.</p>
<p>Es wird kein Leichtes sein, diese kritische Einstellung an unsere Kinder oder Schüler weiterzugeben. Ich finde, der Begriff &#8220;Netucation&#8221; (übersetzt vielleicht &#8220;Internetaufklärung&#8221;) bringt die Absicht dieser Aufgabe auf den Punkt, die noch stärker im Schulunterricht und in der häuslichen Erziehung in den Vordergrund gerückt werden sollte. Viel Aufklärung wird von Nöten sein, nicht zuletzt auch deswegen, weil die meisten Nutzer schon lange ihren kritischen Respekt gegenüber einem scheinbar einfachen Alltagswerkzeug verloren haben.</p>
<h3>Nachtrag zu Facebook (04.05.2010)</h3>
<p>Mit dem neuen <a href="http://developers.facebook.com/docs/reference/plugins/like" target="_blank">&#8220;Like&#8221;-Button</a>, den Facebook seit einigen Tagen der Web-Gemeinde zur Einbindung in Webseiten und Blogs bereitstellt, nimmt das <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Data_mining" target="_self">&#8220;Data Mining&#8221;</a> eine neue Dimension an. Dies ist wieder ein Schritt, die Macht des Konzerns über die eigentliche Plattform hinaus auf das gesamte Netz auszustrecken. In einem kritischen Beitrag der Welt, welcher dem Button durchaus auch positive Züge abgewinnen kann, wird auf die Gefahr hingewiesen:</p>
<blockquote><p>Fakt ist aber, dass Facebook lediglich das über uns wissen kann, was wir  im Internet über uns preisgeben. <strong>Oder andere über uns verraten</strong>. Es  kennt einige unserer Beziehungsgeflechte und Vorlieben. [...] Und Facebook macht Geschäfte, indem es  die Daten seiner Nutzer Firmen verkauft, die dann mit ihrer Werbung  zielgenauer arbeiten können.<br />
— zitiert aus <a href="http://www.welt.de/webwelt/article7453214/Fuerchtet-euch-nicht-Facebook-macht-Spass.html" target="_blank">&#8220;Fürchtet euch nicht – Facebook macht Spaß!&#8221; (Welt Online)</a> (Hervorhebungen von mir.)</p></blockquote>
<p>Insbesondere der beiläufig erwähnte Satz &#8220;Oder andere über uns verraten&#8221; dürfte den kritischen Nutzer aufhorchen lassen, denn gerade hier setzt das Konzept des Konzerns an. Eine nette Dreingabe eines Multimilliarden-Konzerns? Ganz sicher nicht, so auch die Welt:</p>
<blockquote><p>Kritiker vermuten hinter den Plänen von Zuckerberg einen perfiden Plan:  Der junge Mann hat in Wirklichkeit überhaupt kein Interesse, das  Internet für uns eingängiger und besser zu machen. In Wirklichkeit will  er uns ausforschen und manipulieren.<br />
— zitiert aus <a href="http://www.welt.de/webwelt/article7453214/Fuerchtet-euch-nicht-Facebook-macht-Spass.html" target="_blank">&#8220;Fürchtet  euch nicht – Facebook macht Spaß!&#8221; (Welt Online)</a></p></blockquote>
<h3>Zum Thema im Netz (aktualisiert am 14.05.2010)</h3>
<ul>
<li>Zu Facebook und sozialen Netzwerken: Der <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,694388,00.html" target="_blank">Spiegel</a> berichtet, wie die Privatsphäre auf Facebook ganz subtil untergraben wird.</li>
<li>Matt McKeon mit beeindruckender Grafik: <a href="http://mattmckeon.com/facebook-privacy/" target="_blank">The Evolution of Privacy on Facebook: Changes in default profile settings over time</a>.</li>
<li>Zu Facebook: Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller schlägt vor, <a href="http://www.news.de/gesellschaft/855022299/schulfach-internet/1/" target="_blank">Internet-Aufklärung als Schulfach zu etablieren</a>. Ob das Thema gleich als eigenes Fach etabliert werden sollte, bezweifle ich. Vielmehr halte ich es für ein fächerübergreifendes Thema, das durchaus in die vorhandenen Fächer integriert werden kann und sollte.</li>
<li>Zu Facebook, die Zweite: Auch die Tagesschau-Homepage weiß kritisches zu <a href="http://www.tagesschau.de/inland/facebook148.html" target="_blank">berichten</a>.</li>
<li>Netucation innovativ: Der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag berichtet vom <a href="http://www.shz.de/artikel/article/2099/internet-aufklaerung.html" target="_blank">Präventionstheater &#8220;Clickit&#8221;</a>.</li>
<li>Netucation, die Zweite: Das Handelsblatt über <a href="http://www.handelsblatt.com/technologie/it-internet/experten-eltern-aufklaerung-fuer-kinderschutz-im-internet-wichtig;1188491" target="_blank">die Pflicht elterlicher Aufklärung</a>.</li>
<li>Datenschutz: Heise Online ganz frisch über eine <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Erneute-Datenschutzpanne-bei-SchuelerVZ-Update-992435.html" target="_blank">erneute Datenschutzpanne bei StudiVZ</a>.</li>
<li>Aufklärung: <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Tatort-Internet-Kriminalbeamte-fordern-mehr-Aufklaerung-ueber-Internet-Gefahren-993517.html" target="_blank">Kriminalbeamte fordern mehr Aufklärung über Internet-Gefahren</a>, berichtet Heise Online.</li>
</ul>
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		<title>Deutsche Lehrer im Blogging-Fieber</title>
		<link>http://www.bildungsblog.info/2010/04/26/deutsche-lehrer-im-blogging-fieber/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 08:34:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Felling</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrer-Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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Immer wieder hört man, wie sich Eltern, Bildungspolitiker und Stammtisch-Diskutanten über die mangelnde Medienkompetenz (insbesondere die Internet-Kompetenz) unserer Lehrer beschweren. Dass wird mittlerweile am Anfang des zweiten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends stehen und sich die Situation in den letzten Jahren stark geändert hat, zeigt ein einfacher Blick ins Internet: Zahllose Lehrer-Blogs schmücken die deutsche Internet-Landschaft. [...]]]></description>
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			</a>
		</div>
<p>Immer wieder hört man, wie sich Eltern, Bildungspolitiker und Stammtisch-Diskutanten über die mangelnde Medienkompetenz (insbesondere die Internet-Kompetenz) unserer Lehrer beschweren. Dass wird mittlerweile am Anfang des zweiten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends stehen und sich die Situation in den letzten Jahren stark geändert hat, zeigt ein einfacher Blick ins Internet: Zahllose Lehrer-Blogs schmücken die deutsche Internet-Landschaft. Man könnte fast glauben, unter den Lehrern grassiere das Blogging-Fieber.</p>
<p>Ich habe mir eine ganze Reihe Lehrer-Blogs angesehen und stelle Interessantes fest (wohl gemerkt: die Stichprobe ist zu klein um statistisch repräsentativ zu sein!):</p>
<ul>
<li>Die Blogger gehören nicht nur zur Gruppe junger, technikaffiner Referendare, welche den Möglichkeiten des Internets aufgeschlossen gegenübersteht. Auch viele &#8220;alte Eisen&#8221; lassen sich finden, die mit selbiger Motivation und Begeisterung über ihren Beruf schreiben.</li>
<li>Ein Großteil dieser Blogs ist erstaunlich aktuell und wird häufig aktualisiert. Blog-Leichen, wie diese zuhauf im Netz anzutreffen sind, finden sich eher selten.</li>
<li>Lehrer wenden sich in erster Linie mit Fachwissen und Erfahrungsberichten an ihre Kollegen im Inland und deutschsprachigen Ausland. Viele Blogs bereiten den Unterricht außerdem virtuell nach, um den eigenen Schülern zusätzliches Material an die Hand zu geben. Dies ist besonders erfreulich, da die ohnehin web-begeisterten Schüler so durch ihr Medium motiviert werden.</li>
<li>Vielfach sind die Blogs an geeignetem Unterrichtsmaterial sowie nützlichen Unterrichtsmethoden und -ideen interessiert. Insofern sind viele der Blogs stark praktisch orientiert. Sie machen sich dabei die volle Medienbandbreite des Internets zunutze (YouTube-Videos, Podcasts, Hyptertexte, Foren, Blogs).</li>
<li>Zwar konnte ich keine Unterschiede im Blogging-Enthusiasmus zwischen den einzelnen Schulformen und -stufen feststellen, doch ließ sich ein deutliches Süd-Nord-Gefälle ausmachen. Ein überragender Teil der von mir besuchten Blogs stammte demnach aus Süddeutschland. Ob sich dies aufgrund demographischer Faktoren (Bevölkerung und Schulverteilung) erklären lässt, vermag ich zu vermuten, aber mangels konkreter Daten nicht zu beurteilen.</li>
</ul>
<p>Es ist interessant zu sehen, wie sich die Lehrerschaft mittels Blogs im Internet organisiert und sozialisiert. Der kollegiale Erfahrungsaustausch spielt dabei eine gewichtige Rolle. Mitunter dienen die Blogs aber auch als politisches Sprachrohr, um den Unmut über die deutsche Schul- und Bildungspolitik kundzutun und wertvolle Gegenentwürfe zu zeichnen. Es bleibt zu hoffen, dass unsere Bildungspolitiker neben den klassischen Medien auch zahlreiche Lehrer-Blogs zwecks Meinungsfindung zu Rate ziehen.</p>
<p><strong>Hinweis in eigener Sache:</strong><br />
In der Zukunft werde ich einige Blogs und Fundstücke aus der Blogosphäre näher vorstellen.</p>
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		<title>Der Montagsblues</title>
		<link>http://www.bildungsblog.info/2010/04/25/der-montagsblues/</link>
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		<pubDate>Sun, 25 Apr 2010 17:25:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Felling</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexion]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Blues]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Montag]]></category>
		<category><![CDATA[Montagsblues]]></category>
		<category><![CDATA[Montagsdepression]]></category>
		<category><![CDATA[Schüler]]></category>

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Es ist Sonntagabend. Wieder einmal. Wie hat man sich am Freitag noch über das bevorstehende Wochenende gefreut &#8211; und kaum da, ist&#8217;s auch schon wieder vorbei. Obwohl ich schon lange nicht mehr zur Schule gehe, weiß ich noch genau, wie er sich angefühlt hat: der &#8220;Montagsblues&#8221;. David A. Reinstein, seines Zeichens Psychotherapeut aus Kalifornien, hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
<p>Es ist Sonntagabend. Wieder einmal. Wie hat man sich am Freitag noch über das bevorstehende Wochenende gefreut &#8211; und kaum da, ist&#8217;s auch schon wieder vorbei. Obwohl ich schon lange nicht mehr zur Schule gehe, weiß ich noch genau, wie er sich angefühlt hat: der &#8220;Montagsblues&#8221;. David A. Reinstein, seines Zeichens Psychotherapeut aus Kalifornien, hat hierzu einen interessanten <a href="http://www.associatedcontent.com/article/359681/a_new_psychiatric_diagnosis_the_monday.html?cat=5" target="_blank">Artikel veröffentlicht</a>, und dem Phänomen gleich den so trefflichen Namen MAD (Monday Affective Disorder &#8211; in etwa &#8220;Montagsdepression&#8221;) gegeben. Aber ich finde den Terminus &#8220;Montagsblues&#8221; griffiger.</p>
<h3>Wie äußert sich der Montagsblues symptomatisch?</h3>
<p>Aus Davids Beitrag lassen sich die folgenden, für die MAD charakteristischen Symptome herausarbeiten:</p>
<ul>
<li>eine zeitlich begrenzt gedrückte, fast depressive Grundstimmung,</li>
<li>die nach dem freien Wochenende (meist am Sonntagnachmittag) einsetzt,</li>
<li>und die von den negativen Gedanken an die Zwänge, Pflichten, Aufgaben und Verantwortungen der kommenden Woche bestimmt ist.</li>
</ul>
<p>Zugegeben: Der Montagsblues affektiert nicht nur Schüler. Und es handelt sich auch nicht immer um einen <strong>Montags</strong>blues im engeren Sinne: Wichtig ist, dass der Blues nach einer längerwährenden Zeit der Entspannung und Erholung kurz vor Wiederaufnahme des Arbeits- bzw. Schultages eintritt. Insofern können auch Erwerbstätige und andere Personen, die einer regelmäßigen Pflicht nachkommen, betroffen sein.</p>
<p>Schüler sind von ihm jedoch in ganz besonderer Weise betroffen. Denn kaum eine andere gesellschaftliche Gruppe wird durch die immerwährende Wiederholung desselben Wochenzyklus (genannt Stundenplan) mit zwei freien (und oft sehr unbeschwerten) Tagen jeden Sonntag durch Antizipation des Montags wieder mit den üblichen, immer gleichen Schulstunden und -verpflichtungen konfrontiert.</p>
<p>Der Blues gewinnt an Intensität,</p>
<ul>
<li>je öfter sich das Erholungs-Arbeits-Schema über Monate in gleicher wöchentlicher Weise wiederholt und so routiniert wird,</li>
<li>je stärker und häufiger der Schüler die schulischen Pflichten und alle schulischen Gedanken bereits freitags konsequent zu verdrängen bzw. aufzuschieben beginnt,</li>
<li>je heftiger er sich gegen diese Pflichten und Gedanken wehrt, die aber spätestens Sonntagnachmittag wieder das eigene Denken und Fühlen zu dominieren beginnen,</li>
<li>je stärker die individuelle Aversion gegen die Schule und das schulische Leben ist.</li>
</ul>
<h3>Wie kann Abhilfe geschaffen werden?</h3>
<p>Eine bestimmte Intensität des Montagsblues ist sicherlich den meisten Schülern bekannt und ganz normal. Wenn aber der Blues das sonntägliche Leben in einer Weise beeinträchtigt, dass dieser nicht mehr als freier Tag wahrgenommen werden kann, dann sollte man darüber nachdenken, wie man die Auswirkungen des Blues verringern kann.</p>
<p>Aus Perspektive des Schülers bieten sich folgende Ideen an &#8211; immer vorausgesetzt, dass das schulische Klima nicht ohnehin schon mit Aversion zur Kenntnis genommen wird (in welchem Falle die zugrundeliegenden Ursachen zunächst beseitigt werden müssen).</p>
<p>Das routinierte Erholungs-Arbeits-Schema sollte durch Abwechslung durchbrochen werden. Es bietet sich an, schulische Pflichten und freizeitliche Aktivitäten jedes Wochenende zeitlich neu zu organisieren. So kann auch mal der Samstag zur Erledigung der Hausaufgaben genutzt werden, damit der Sonntag möglichst ohne Pflichten genossen werden kann.</p>
<p>Gedanken an die schulischen Pflichten sowie die schulischen Pflichten selbst sollten nicht freitags einfach verdrängt werden. Unliebsame Gedanken und Gefühle werden intensiver, je länger und erfolgreicher sie verdrängt werden. Freie Tage sollen unbeschwert zur Erholung genutzt werden, aber innerlich sollte man sich täglich auf die wiedereinsetzenden schulischen Pflichten vorbereiten.</p>
<p>Eine besondere Belohnung für erledigte schulische Arbeiten kann motivationsfördernd sein. So bietet es sich an, Sonntagabend nach getaner Hausarbeiten einer ganz besonders geliebten Tätigkeit nachzugehen (z.B. einen Film ansehen, Musik hören, dem Hobby nachgehen).</p>
<p>Montag sollten nicht bloß negativ empfunden werden. Hier ist es zweckmäßig, den Montag hindurch positive Akzente zu setzen. Man kann etwa versuchen, das geliebte Fußball- oder Tennistraining auf den Montagnachmittag zu legen, um so einen Ansporn für die Schulwoche zu erhalten.</p>
<p>Auch Lehrer können den Schülern helfen, indem Sie die Montagsstunden besonders angenehm gestalten. Auch hier bietet es sich an, durch eine Art Ritualisierung positive Akzente zu setzen. So kann beispielsweise die Englischstunde durch eine kurze Analyse eines aktuellen Liedtextes begonnen werden.</p>
<p>Der Montagsblues ist hartnäckig, denn nicht immer lassen sich alle Ursachen, die zu seinen Symptomen führen, ausschalten. Wichtiger ist daher, dass der Schüler mit dem Blues zu leben lernt und erkennt, dass er seine Auswirkung durch viele kleine Tricks beeinflussen kann. Es gilt die Erkenntnis, das der Blues einen nicht kontrollieren kann, wenn man es selbst in der Hand hat, den Blues zu kontrollieren.</p>
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		<item>
		<title>Wochenrückblick 16. KW: Gescheiterter Würdenträger</title>
		<link>http://www.bildungsblog.info/2010/04/23/wochenruckblick-16-kw-gescheiterter-wurdentrager/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Apr 2010 15:50:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Felling</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kathol. Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Missbrauch]]></category>
		<category><![CDATA[Presse und Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wochenrückblick]]></category>

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		<description><![CDATA[
			
				
			
		
Es war eine weitere Woche trauriger Nachrichten für die katholische Kirche. Traurig &#8211; nicht etwa weil der wegen Kindesmisshandlung in der Kritik stehende Augsburger Bischof Walter Mixa endlich seinen Rücktritt eingereicht hat, sondern wegen der Art und Weise, wie es zu diesem Rücktritt gekommen ist.
Zunächst standen die Anschuldigungen wochenlang im Raum, die Opfer wurden von [...]]]></description>
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			</a>
		</div>
<p>Es war eine weitere Woche trauriger Nachrichten für die katholische Kirche. Traurig &#8211; nicht etwa <em>weil</em> der wegen Kindesmisshandlung in der Kritik stehende Augsburger Bischof Walter Mixa endlich seinen Rücktritt eingereicht hat, sondern wegen der <em>Art und Weise</em>, <em>wie </em>es zu diesem Rücktritt gekommen ist.</p>
<p>Zunächst standen die <a href="http://www.focus.de/panorama/vermischtes/katholische-kirche-bischof-mixa-wehrt-sich-gegen-misshandlungsvorwuerfe_aid_495844.html" target="_blank">Anschuldigungen wochenlang im Raum</a>, die Opfer wurden von Mixa zuerst mit <a href="http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,687176,00.html" target="_blank">zynischem Gebet</a> bedacht, ihre Vorwürfe vehement als gleichsam nebulöse Verwirrungen und gar <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article7037907/Mixa-erinnert-sich-nicht-an-mutmassliche-Opfer.html" target="_blank">Erfindungen</a> abgetan:</p>
<blockquote><p>Ich werde für sie beten, denn für mich als Seelsorger sind sie Opfer,  denen offenbar Unrecht geschehen ist.<br />
— Walter Mixa, zitiert aus dem <a href="http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,687176,00.html" target="_blank">Spiegel</a></p></blockquote>
<p>Mixa selbst bekannte sich stets zu seiner Unschuld und gab an, niemals Gewalt angewandt zu haben. In seiner ganz eigenen, widerwärtigen Logik schlussfolgerte er, sich <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article7037907/Mixa-erinnert-sich-nicht-an-mutmassliche-Opfer.html" target="_blank">nicht an die Personen, die ihn beschuldigten, erinnern zu können</a> &#8211; wie sollten diese sich da an ihn erinnern? Als unvoreingenommener Leser hatte man das Gefühl, eine Horde übelwollender Bösewichte wollte einem frommen Gottesdiener an die weiße Weste.</p>
<p>Doch dann kamen ihm plötzlich die Erinnerungen: &#8220;Die eine oder andere Watsch&#8217;n&#8221; könne er nicht ausschließen und bedauere, &#8220;falls&#8221; es zu Ohrfeigen gekommen sein sollte. Na, <em>das</em> könnte man doch als nebulöse Erinnerung verstehen &#8211; konkrete Verfehlungen seinerseits werden damit, streng genommen, aber immer noch nicht anerkannt. Und trotzdem sah er sich genötigt, diese etwaigen Fehltritte gleich als rechte und allgemein akzeptierte Erziehungsmaßnahme zu verteidigen:</p>
<blockquote><p>Das war damals vollkommen normal und alle Lehrer und Schüler dieser  Generation wissen das auch [...]<br />
— Walter Mixa, zitiert von <a href="http://www.n-tv.de/panorama/Bischof-Mixa-erinnert-sich-article825039.html" target="_blank">n-tv</a></p></blockquote>
<p>In dieser Aussage stecken gleich zwei rhetorische Scheinargumente: Zum Einen beruft sich Mixa auf eine allgemein anerkannte und praktizierte gesellschaftliche Norm (<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Argumentum_ad_populum" target="_blank">Argumentum ad Populum</a>), zum Anderen versucht er, jeder kritischen Hinterfragung mit dem ethischen Argument des &#8220;alle wissen es doch&#8221; zuvor zu kommen. Es ist aber die Frage, ob seine Verfehlungen tatsächlich allgemeiner Norm entsprachen, ob diese tatsächlich auch in die hier suggerierte Zeit fielen, und ob selbst bei Bejahung beider Fragen sein Handeln nicht doch (nämlich aus der Retrospektive) getadelt werden kann und darf.</p>
<p>Letzten Endes bedurfte es jedenfalls zweier Glaubenskollegen, des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, und des Münchner Erzbischofs Reinhold Marx, die dem angeschlagenen Bischof erst eine <a href="http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,690357,00.html" target="_blank">Amts-Auszeit nahelegen mussten</a>, damit dieser dann den <a href="http://www.focus.de/panorama/welt/missbrauchsskandal/medienbericht-bischof-mixa-bietet-ruecktritt-an_aid_500936.html" target="_blank">Rücktritt von seinen Ämtern beim Papst einreicht</a>. Und zu allem Überfluss zollt Zollitsch ihm seinen Respekt, für diese Entscheidung, die er <a href="http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,690588,00.html" target="_blank">bewusst nicht als &#8220;Schuldeingeständnis verstanden&#8221; haben möchte</a>.</p>
<p>Vielleicht mögen die Anschuldigungen gegen ihn in den Medien teils überspitzt, die Stimmungsmache gegen ihn als Amtsträger der katholischen Kirche medial bewusst ausgenutzt und angeheizt worden sein. Kein Außenstehender vermag zu beurteilen, was an den Prügelvorwürfen dran ist, wenngleich es schon sehr sonderbar anmutet, dass so viele der Opfer eidesstattlich die Übertritte Mixas bekunden.</p>
<p>Die Chronologie der Geschehnisse um Bischof Mixa hinterlässt der katholischen Kirche einen zusätzlichen Scherbenhaufen, den sie so leicht nicht aus der Welt schaffen können wird. Denn wieder einmal zeigt sich, woran es der Kirche wirklich gelegen ist: Eigentlich wirkt der Rücktritts-Akt, als wolle er Schaden nur von der Kirche wenden. Genau so werden die kirchlichen Amtsträger auch zitiert, die Mixas Rücktritt mit Erleichterung zur Kenntnis genommen haben und nun auf einen Neubeginn hoffen. Es scheint also wieder mal nur um das Wohl der Kirche zu gehen. Warum aber wurden hier nicht die Opfer in den Vordergrund gestellt? Anstatt in christlicher Manier und abstrakter Nächstenliebe zu allgemein, zu dogmatisch und zu augenscheinlich um Vergebung zu bitten, hätte eine konkrete Entschuldigung bei den Opfern vielleicht viel mehr bewirken können:</p>
<blockquote><p>Alle, zu denen ich ungerecht gewesen sein mag, und alle, denen ich  Kummer bereitet habe, bitte ich heute noch einmal um Verzeihung [...]<br />
— Walter Mixa, zitiert aus dem <a href="http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,690588,00.html" target="_blank">Spiegel</a></p></blockquote>
<p>Und selbst hier löst sich Mixa nicht aus der schwachen Modalität eines &#8220;[Mögens]&#8220;: <em>Vielleicht</em> hat er anderen Kummer bereitet, <em>vielleicht</em> auch nicht? Und wenn, <em>wem</em> genau? Sind hier die kirchlichen Amtsträger und die Institution der katholischen Kirche gemeint, denen aus der Sache großer Schaden entstanden ist? Wahrscheinlich. Sind wohlmöglich auch die Opfer gemeint? Durch das anonymisierende &#8220;Alle, zu denen ich [...]&#8221; und das abgeschwächte &#8220;[mögen]&#8220;, wird das in keiner Weise klar.</p>
<p>Was bleibt, sind folgende Schlussfolgerungen:</p>
<ol>
<li><span style="text-decoration: line-through;">Die etlichen, eidesstattlichen Aussagen der Opfer sind tatsächlich komplett erlogen und Walter Mixa unschuldig. Das allerdings ist sehr schwer zu glauben &#8211; fast zu schwer, um diese Möglichkeit hier aufzuführen. Ein Dutzend Lügner, die sich denselben Sündenbock ausgesucht haben, um der Kirche eine Lehrstunde zu erteilen? Selbst wenn, dann lässt Mixas Verteidigungsstrategie &#8211; erst vehementes Leugnen, dann ein Quasi-Schuldeingestnändnis, das sich im Nirvana der Ungewrissheit verliert &#8211; keine angemessen konsequente Verteidigung erkennen</span>. Der von derKirche eingesetzte Sonderermittler Sebastian Knott ist <a href="http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,694847,00.html" target="_blank">zu dem Schluss gekommen</a>, dass Mixa die ihm anvertrauten Heimkinder &#8220;massiv verprügelt&#8221; hat. Damit kann es keinen Zweifel mehr an Mixas Schuld geben. Ihm und der katholischen Kirche ist zu wünschen, dass sie sich des angerichteten Schadens bewusst werden und die vollständige Verantwortung übernehmen. Mixa selbst scheint von seinem radikalen religiösen Fanatismus jedoch so besessen zu sein, dass damit eher nicht zu rechnen ist. [Nachtrag vom 27.05.2010.]<span style="text-decoration: line-through;"><br />
</span></li>
<li>Die Aussagen der Opfer sind wahr und keine Übertreibungen. Demnach hätte Bischof Mixa seine Kompetenzen als Seelsorger und Amtsträger in krasser Weise überschritten, das Vertrauen seiner Schutzbefohlenen missbraucht und ihnen körperlich und geistigen Schaden zugefügt. Genau dieser Schluss ließe in eine perfide, perverse, kirchlich-dogmatische Ideologie blicken, die nun zu Recht gerügt wird und mit voller Härte zu bestrafen ist: Denn demnach hätte Mixa seine Opfer zunächst verhöhnt, würde seine drastischen Erziehungsmaßnahmen als von der Kirche und Gesellschaft legitimiert ansehen, wäre sich keiner Schuld bewusst, sähe sich als Pflichterzieher der Kirche, dem derartige Übertritte zustünden. Genau diese Ideologie würde beweisen, dass zumindest seine Kirche noch nicht in der erzieherisch-gesellschaftlichen Moderne angekommen ist.</li>
<li> Und noch ein dritter Schluss wäre denkbar: Die Anschuldigungen der Opfer entsprechen im Groben der Wahrheit, sind in ihrer Darstellung aber stark übertrieben.  Auch das ist schwer zu glauben. In diesem Falle befände sich Mixa in diesen Zeiten, in der die kirchliche Institution besonders kritischer Aufmerksamkeit unterliegt,  in einer fast aussichtslosen Situation. Und trotzdem hätte er aufgrund eigenen Versagens sein Übrigens dazu beigetragen, denn er hätte nicht erst kategorisch leugnen und dann doch so etwas wie Schuld in den Bereich des Möglichen rücken sollen. Dann wäre es besser gewesen, er hätte die Anschuldigungen geradewegs zu relativieren versucht, hätte seitens der Kirche um konsequente Aufklärung gebeten, wäre vielleicht vorsorglich von seinen Ämtern zurückgetreten. Vielleicht wäre ihm der Rücktritt nicht erspart gewesen, aber immerhin hätte eine geradlinige Verteidigung seine Glaubhaftigkeit (und die der Kirche) bewahren können.</li>
</ol>
<p>So oder so &#8211; eines steht fest: Gescheitert ist der Bischof in jedem Fall. Und mit ihm die katholische Kirche, die wieder eine Chance auf Ehrlichkeit, Transparenz und Glaubwürdigkeit vertan hat.</p>
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		<title>Zum Welttag des Buches: Die Errungenschaften des Buchdrucks für die Bildung</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Apr 2010 16:36:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Felling</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildungsgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Lesen und Schreiben]]></category>
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Ist es nicht merkwürdig, dass die wohl ältesten, wichtigsten und revolutionärsten (d.h. gesellschaftlich einflussreichsten) Dinge, die unser Alltag ausmachen, am wenigsten von uns wahrgenommen werden &#8211; während vermeintlich neuartige Gadgets auch ohne revolutionären Charakter einen Hype selten gesehenen Ausmaßes auslösen? Man denke da an das Buch, das in Zeiten von E-Books, Blogs, Internet und Handys [...]]]></description>
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<p>Ist es nicht merkwürdig, dass die wohl ältesten, wichtigsten und revolutionärsten (d.h. gesellschaftlich einflussreichsten) Dinge, die unser Alltag ausmachen, am wenigsten von uns wahrgenommen werden &#8211; während vermeintlich neuartige Gadgets auch ohne revolutionären Charakter einen Hype selten gesehenen Ausmaßes auslösen? Man denke da an das Buch, das in Zeiten von E-Books, Blogs, Internet und Handys immer weiter ins Abseits gerät. Vergleichen wir es dann mit dem iPhone, so sorgt Letzteres in unserer hypermedialen Zeit für mehr Furore als das alteingesessene, papierne Buch.</p>
<p>Damit eines klar ist: Ich will dem iPhone seine technischen Errungenschaften nicht abstreiten. Und dass unter allen verfügbaren Medien seit Anbeginn unserer Wissensgesellschaft ein erbarmungsloser Verdrängungswettbewerb herrscht, wundert auch nicht sonderlich. Aber vergleicht man, was das für selbstverständlich genommene Buch für unsere Gesellschaft erreicht hat mit den gesellschaftlichen Errungenschaften eines iPhone, so zieht das schicke Wunder-Gadget aus Cupertino, das sich als neues E-Book-Lesegerät feiern lässt, eindeutig den Kürzeren.</p>
<p>Wenn in der heutigen Zeit der Computer (nichts anderes ist das iPhone schließlich) und das Internet als <em>die</em> Erfindungen des letzten Jahrhunderts angesehen werden, so darf man nicht vergessen, dass diese in erster Linie (immer noch) textlastige Medien sind (nicht umsonst sprechen wir von &#8220;Hypertext&#8221;) . Und als solche wären sie ohne die Entdeckung des industriellen Buchdruckes und der Bewahrung und Tradierung von Wissen durch das Buch nicht denkbar gewesen. Damit ist nicht bloß das technische Wissen gemeint, welches Grundlage jeder technischen Erfindung (resp. Entdeckung) ist, und welches durch Bücher in Jahrhunderte währender Tradition überliefert worden ist und auch heute noch überliefert wird. Das Buch ist nicht bloß Wissensmedium. Es ist das zentrale Moment der Aufklärung des Menschen schlechthin. Denn mit der gedruckten Sprache erst kam es zur Verwissenschaftlichung der Gesellschaft, zur (wenn auch erst spät nach der Erfindung des Buchdruckes einsetzenden) Alphabetisierung der Bevölkerung, zur (so weit möglich) vollständigen Selbstbestimmung des Menschen durch die Entfaltung seiner geistigen Fähigkeit zum Wohle seiner selbst.</p>
<p>Lese- und Schreibfähigkeit waren bis zum Ende des Mittelalters in erster Linie Adel und Klerus vorbehalten. Die hatten natürlich ein großes Interesse daran, ihren politisch-gesellschaftlichen Einfluss durch Entmündigung der Bevölkerung (und das heißt auch durch Vorenthaltung von Wissen) zu wahren. Erst der industrielle Buchdruck, den der Mainzer Johannes Gutenberg in der Mitte des 15. Jahrhunderts vielleicht nicht erfunden aber dafür massenmarkt-tauglich gemacht hat, schenkte der Bevölkerung in einem fast prometheischen Akt die Möglichkeit zur Ermündigung, zum kritischen Hinterfragen des bis dahin Gott-Gegebenen, zur Bedienung des eigenen Verstandes (wie Kant es so trefflich formulierte und forderte). Denn erst mit der Produktion von Büchern als Massenmedium sanken die Herstellungskosten dieser so enorm, dass sich auch gesellschaftliche Schichten jenseits der besitzenden Oberschicht so etwas wie Bildung (durch Bücher) leisten konnten. Zwar war dies von Beginn der Aufklärung an noch ein langer Prozess, aber ohne das Buch und den Buchdruck eben undenkbar.</p>
<p>Ohne das Buch, das so bis aufs Engste mit dem Begriff heutiger Bildung verknüpft ist, wäre Bildung schlichtweg nicht möglich gewesen. Und dabei ist es egal, über welches Medium wird zukünftig unser Wissen aneignen werden, denn E-Book-Lesegeräte, Smartphones und Computer: sie alle führen die Tradition fort, die das Buch zum Ende des Mittelalters etablierte: die Entdeckung und Wahrnehmung des Bildungspotentials des Menschen.</p>
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